Herzlich Willkommen im Weinshop Klaus Zimmerling

Grauburgunder

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Der Grauburgunder - Mehr graue Eminenz als Maus im Glas

Zugegeben, im internationalen Maßstab nimmt der Grauburgunder, in Frankreich als Pinot Gris, in Italien als Pinot Grigio und im Schweizer Wallis als Malvoisie bekannt, einen eher geringen Platz im Sortenspiegel und den Weinbergen ein. Gerade mal auf 18.000 Hektar stehen diese Reben weltweit. Aber die Bedeutung der Sorte ist derzeit steigend. Vor allem in Deutschland gewinnt sie zunehmend an Verbreitung. Zur Zeit sind gut 5.600 Hektar - das entspricht 5,5 Prozent der deutschen Rebfläche - mit dieser Sorte bestockt. Und auch in unserem Pillnitzer Weinberg ist er zuhause. Doch wo kommt er eigentlich her?

Allgemein geht die Weinwissenschaft von der folgenden Reiseroute dieses Einwanderers aus: Vom französischen Burgund aus gelangte er in die Schweiz und nach Ungarn und vermutlich von dort im 14. Jahrhundert in unsere Region. Die französische Bezeichnung Pinot geht auf das französische "pin" - die Kiefer - zurück und beschreibt die an Kieferzapfen erinnernde Traubenform.

Nach Österreich wurde die Rebe von Zisterziensermönchen aus dem Burgund im 13. oder 14. Jahrhundert gebracht. Daher kommt auch das Synonym Grauer Mönch, ein Name unter dem die ungarische Variante in Zeiten des sozialistischen Weinanbaus auch hierzulande verkauft wurde. Er wird auch gerne als Ruländer in einer süß ausgebauten Variante unter die Leute gebracht. Dieser Name geht auf den Kaufmann Johann Ruland zurück, der 1711 im pfälzischen Städtchen Speyer in einem Garten die ihm unbekannten Burgunderreben vorfand, vermehrte und unter seinem Namen vertrieb.

Den Namen Grauburgunder verdankt er dabei der Farbe seiner Trauben, die im Stadium der Reife eine leicht blaurote Färbung mit einem Stich ins Graue aufweisen. Die Sorte ist zur Freude des Winzers wenig krankheitsanfällig und kaum frostempfindlich. Sie wächst besonders gut auf Lößterrassen, aber auch auf Kalkboden und steinigen Untergründen. Dann liefert sie gute Erträge und hohe Mostgewichte.

Werden die Erträge dann vom Winzer klug Mengenreduziert, können er und seine Kunden sich über ein feines Tröpfchen freuen, das sich als junger, leichter, trocken bis halbtrocken ausgebauter Grauburgunder besonders als Sommerwein und unkomplizierter Speisebegleiter eignet. Dem Grauburgunder werden insbesondere Duftaromen von grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter sowie fruchtige Aromen zugeordnet, die an Birne, Trockenobst und Rosinen, Ananas und Zitrusfrüchte erinnern. Daneben treten aber auch vegetative Noten von grünen Bohnen oder Paprikaschoten auf.